Postkarte_A5_Kreiswahlen_Ullius

Ich kandidiere für die Wahlen 2014 im Kanton Graubünden. Ich möchte Grossratsstellvertreter werden. Da drängt sich automatisch die Frage auf: Weshalb tust du das? Die Antwort ist ganz einfach. Politik macht mir Spass, und sowohl die Stadt Chur, als auch der Kanton Graubünden liegen mir am Herzen. Ich kann nicht verstehen, wie sich Menschen derart gleichgültig gegenüber den Institutionen verhalten können, statt zu versuchen unsere Gegenwart und noch mehr die Zukunft mitzuprägen. Es ist mir auch schleierhaft, wie man die Einzigartigkeit unseres Kantons und der Stadt Chur verkennen kann. Für mich loht es sich Zeit und Energie hier zu investieren.

Nach dem ich also „Ja, ich will“ gesagt habe, möchte natürlich auch „ich schwöre es“ sagen. Dazu brauche ich aber viele Stimmen. Stimmen von Menschen, die mich wählen. Warum sollte man mich aber wählen? Bestimmt nicht, weil ich ein derart grandioses Vorbild bin. Ich bin kein Vorbild, bei mir läuft auch ab und zu etwas schief. Auch nicht, weil ich bahnbrechendes geleistet habe oder ein abgehobenes politisches Programm habe. Und schon gar nicht, weil ich jetzt die grossen Wahlversprechen und Ideologien zum Besten gebe. Mich soll man wählen, weil ich vor den Wahlen genau gleich bin, wie nach den Wahlen.

 

Eigenverantwortung beginnt im Kleinen!

Ich bin liberal und ich bin Mitglied der FDP die Liberalen. Die FDP hiess früher „Freisinnig demokratische Partie“. Das bringt meine Einstellung und meine Haltung auf den Punkt. Ich setze mich für eine Gesellschaft ein, in der jeder Mensch sich möglichst frei bewegen und nach seinen Werten leben kann. Der Staat soll dort zur Stelle sein, wo es sozial nötig ist oder wo die Freiheit überhand nimmt und andere einschränkt. Das heisst auch explizit, dass ich für den Staat bin, der Schwächeren unter die Arme greift und Minderheiten schützt. Damit dieses System funktioniert, braucht es Eigenverantwortung, nicht zu verwechseln mit Egoismus. Als eidg. dipl. Drogist habe ich einen Beruf gelernt, der von der Eigenverantwortung der Menschen profitiert und diese propagiert. Bei laufend steigenden Krankenkassenprämien ist man eigenverantwortlich, wenn man seinen Hustensirup oder seinen Schnupfenspray oder seine Vitamintablette direkt kauft und bezahlt und nicht wegen solchen Lappalien den Arzt aufsucht und die Medikamente die Kasse bezahlen lässt. Der Arzt ist übrigens auch froh, wenn er seine Zeit für Patienten mit echten Problemen einsetzten kann.

Eigenverantwortung beginnt auch im Kleinen. Abfall gehört in den Abfallkübel und nicht auf die Strasse. Man hilft seinen Mitmenschen, so gut es geht und verfällt nicht in Gleichgültigkeit. Eigenverantwortlich ist, wer sich in Vereinen ehrenamtlich engagiert und nicht nur konsumiert. Ich bin in zwei drei Vereinen im Vorstand dabei und freue mich jedes mal, etwas für die Allgemeinheit zu leisten. Eigenverantwortung hat aber auch viel mit Anstand und gesundem Menschenverstand zu tun. Da fehlt es heute leider bei gewissen Individuen.

Das liberale und eigenverantwortliche Prinzip habe ich auch in meiner bisherigen politischen Arbeit hochgehalten oder es mindestens versucht. In meiner Zeit als Gemeinderat der Stadt Chur konnte ich als Kommissionsmitglied mithelfen das „Jugendförderungsgesetz“, das „Gastwirtschaftsgesetz“ oder die „Personalverordnung“ auf den Weg zu bringen. Gerade die beiden erwähnten Gesetze enthalten viele liberale Elemente, die aber auch auf Eigenverantwortung setzten. Leider wurde die Eigenverantwortung von Gästen und Wirten beim Gastwirtschaftsgesetz nicht wahrgenommen, weshalb der Staat korrigierend eingreifen musste. Was mich heute noch freut: die roten „Wegweiser“ in der Churer Altstadt gründen auf einem meiner Vorstösse.

 

Kompromisse eingehen ist auch liberal.

Am Ende ist die politische Arbeit immer auch ein Weg der Kompromisse. Damit ist die Schweiz bis jetzt sehr gut gefahren und der Kompromiss ist auch die Basis unserer Demokratie. In diesem Sinne kann ich auch mit Partien, die Kompromisse suchen, gut zusammenarbeiten. Ich bin da ehrlich. Mit Parten deren einziges Argument „der Ausländer“ oder „der Abzocker“ ist, kann ich wenig anfangen, ich verachte diese Politik. Wobei ich ausdrücklich von den Parteien und deren Programmen und nicht deren Politiker rede. Es gibt nämlich in jeder Partei „cooli Siacha“ und „Vollidioten“. Die guten und verlässlichen Menschen sind in der Regel nicht die, welche am lautesten rufen.

Es stehen nebst den Wahlen ja noch einige spannende Abstimmungen auf dem Programm. Ich bin ein Gegner der Mindestlohninitiative. Sie trifft nämlich gerade die Branchen, die jetzt schon massiv unter Druck und existenziell bedroht sind. Ich möchte auch in Zukunft meine Blumen, mein Brot und meinen Kaffee beim Kleingewerbler um die Ecke beziehen. Und sowieso müssten wir uns erst einmal einig werden, ob wir immer alles billiger einkaufen oder immer höhere Löhne bezahlen wollen. Beides geht nicht, denn die Löhne werden am Ende des Tages mit dem bezahlt, was nach dem „Warenaufwand“ übrig bleibt und nicht mit dem was, in der „Arena“ oder im „Blick“ am besten tönt.

In diesem Sinne .. vielen Dank für Ihre Stimme und wenn nicht .. gehen Sie trotzdem wählen, denn es ist Ihre Entscheidung, wie es die nächsten vier Jahre läuft.

 

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