Heute muss ich einen Lanze für Claudio Zuccolini brechen. Man konnte es in den Zeitungen lesen, seine Auftritte im Zirkus Knie sind ein Reinfall. Ich habe die Vorstellung noch nicht gesehen, werde aber am 18. April der Manege einen Besuch abstatten und mir selber ein Bild machen. Zirkus ist eine Welt für sich und schon manch ein Künstler hat sich da auf dem Boden oder dem Sägemehl der Realität wiedergefunden. Wer noch nie in einem Zirkus aufgetreten ist, wird sein wahres Wunder erleben. Viele Dinge funktionieren da vollkommen anders als sonst. Das Publikum im Zirkus will das Ungewöhnliche, das Spektakuläre und das Unerklärbare sehen. Claudio Zuccolini ist weder ungewöhnlich, noch spektakulär, noch unerklärbar. Er ist Claudio Zuccolini und seine Programme basieren auf Alltagssituationen, die er überspitzt vorführt und dadurch die Lacher generiert. Claudio Zuccolini ist live in seinem Programm der Hammer. Wenn er Kurt und Erika karikiert, dann kennt jeder im Publikum so ein Prachts-Päärchen aus dem realen Leben. Und in seinem Programm spielt Claudio Zuccolini sich selber und keinen Zirkusdompteuren. Im Zirkus fehlt der „Rote Faden“ der gerade für ein Comedy-Programm so wichtig ist. Viele Komiker funktionieren auch im TV nicht, wenn sie in 3:30 das Publikum mit einer Nummer zum Lachen bringen sollen. Im Zirkus brauche es Komiker, die eine Rolle spielen können und das ist nicht die Stärke von Claudio Zuccolini, weil er einfach sich selber spielt. Es ist also weniger der Fehler des Komikers, sondern der Familie Knie, die das nicht gesehen haben. Claudio Zuccolini ist ein toller Unterhalter, vielleicht nicht im Zirkus, aber sein Solo-Programm sollte jeder gesehen haben, der jetzt denkt: ach der Bündner kann ja nichts. Und abgesehen davon: Jedes Jahr die doofen Elefanten! Die trampeln im Kreis rum, heben ab und zu das Bein oder beide und dann ist auch schon Feierabend. Und trotzdem faszinieren mit diese grauen Riesen immer wieder. Und die Moral von der Geschichte? Ich freue mich auf die Zirkusvorstellung und das nächste Solo-Programm von Claudio Zuccolini

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