Kiel: Mehr als nur ein Hafen

Das spannenden Tor zu Skandinavien

Kiel, die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins gehört zu den 30 grössten Städten Deutschlands. Sie ist das Zentrum der Kiel-Region und liegt an der Kieler Förde (Ostsee). Bei meinem Besuch in Kiel ist mir etwas aufgefallen: Hier gibt es viel mehr zu sehen, als nur der Hafen.

Kiel von oben. (Foto: Oliver Franke)

Der ursprüngliche Name der Stadt Kiel lautete „Holstenstadt tom Kyle“. Im allgemeinen Gebrauch wurde der Name auf „tom Kyle“ verkürzt, aus dem schliesslich Kiel entstand. Die Stadt wurde zwischen 1233 und 1242 von Adolf IV. gegründet, kurz nachdem er die Grafschaft von Dänemark zurückerobert hatte. Es wird vermutet, dass es schon vor 1233 an dieser Stelle eine Kaufmannssiedlung gab. Die Stadt wurde genau hier gegründet, weil sie die einzige Stelle war, an der das fränkisch-sächsische Territorium an die Ostsee stiess. Somit konnte hier ein Sächsischer Ostseehafen entstehen.

In Kiel war ich schon oft. Meist stand ich am Fähranleger und wartete auf das Bording meiner Fähre nach Göteborg. Mehr als das Restaurants am Hafen habe ich jedoch von Kiel nicht gesehen. Das hat sich anlässlich meiner Recherchereise durch Schleswig-Holstein geändert. Speziell im grösseren Umkreis der City gibt es einiges zu Entdecken. Die nördlichste Grossstadt Deutschlands hat viel zu bieten, sei es Kultur, Architektur oder Strände.

Die Kunsthalle . (Foto: Kiel Marketing)

Im 1. Weltkrieg wurde in der Hansestadt viel zerstört. In den Nachkriegsjahren baute man die Stadt in der weniger schönen Architektur der 1950er bis 1970er wieder auf. Heutzutage wird versucht, diese „Bausünden“ etwas aufzuwerten. Und so wird zurzeit in der Innenstad auch viel gebaut und renoviert. Ich denke, das wird noch ein paar Jahre dauern, dann aber wird Kiel glänzen.

Kiel wird auf Vordermann gebracht. (Foto: Kiel Marketing)

Hotel Birke, wenn der Name Programm ist

Auf Einladung der Ringhotels durfte ich eine Woche verschiedene Hotels in Schleswig-Holstein besuchen. In Kiel verbrachte ich sehr interessante Stunden im Hotel Birke. Und der Name ist hier Programm. Nein, das Hotel steht nicht in einem lauschigen Birkenwäldchen. Es stehen zwar einige dieser Gehölzer in der Umgebung des Hotels, aber das Hotel hat seinen Namen durch die Besitzerfamilie bekommen. Das sind nämlich Rainer, Jasmine und Christian Birke. Natürlich nutzt man den Namen und macht ihn zum Programm. „Birkenelemente“ als Blickfänge sind Teile des Wohnfühlprogramms des Hotels.

Hier beginnt der Genuss. (Foto: Hotel Birke)

Das Hotel Birke liegt nur 4 Kilometer vom Kieler-Hafen entfernt, mitten im Grünen an ruhiger Lage am Waldrand. Die Bushaltestelle (Linien 31 und 92) befindet sich nur 50 Meter vom Hotel entfernt, so dass du auch problemlos mit der Bahn anreisen kannst. Da die Schweden- und Norwegenfähren am Nachmittag oder frühen Abend ablegen, ist das Hotel Birke top, um hier die erste Urlaubsnacht zu verbringen.

Kieler Sprotte am frühen Morgen

Das Hotel Birke ist wie die meisten Ringhotels in Schleswig-Holstein Mitglied bei Feinheimisch (https://www.feinheimisch.de). Die Mitglieder verpflichten sich in der Gastronomie regional und nachhaltig zu kochen. 60% der Lebensmittel müssen aus Schleswig-Holstein stammen. Was Küchenchef Pierre Binder aus diesen Zutaten zaubert ist fabelhaft. Sein Motto lautet: Wellness in der Küche. Zwar ist mir bis heute noch nicht klar, was Kieler Sprotten um 10 Uhr in der Früh mit Wellness zu tun haben, aber egal. Küchenchef Binder weihte mich in die Geheimnisse dieser Kieler Spezialität ein.

Piere Binder mit „seinen“ Kieler Sprotten. (Foto: Andrea Ullius)

Die Sprotte ist ein heringartiger Seefisch und wird selten grösser als 20cm. Für die Kieler Sprotten werden die kleineren Exempare von rund 10cm Länge, geräucht und in Holzkisten verpackt. Pierre hat mir erklärt, dass man die Kieler Sprotten im Prinzip komplett mit Kopf, Schwanz und Gräten („mit Kopp un Steert“) verspeisen kann. Dann aber hat er mir die übliche Technik gezeigt, wie man diese Fischchen präpariert und isst. Zuerst trennt man den Kopf mit den Fingern ab, dann wird der Bauch und Rücken leicht „gequetscht“. Nun kann der Schwanz mit der Hauptgräte vorsichtig herausgezogen werden. Manchmal variiert die Technik etwas, wie man das bei der Demonstration von Pierre Binder sieht.

Pierre Binder ist Koch mit Leib und Seele. Er arbeitete schon in verschiedenen Sternehäusern und hat besonders Freude den Nachwuchs auszubilden. Voller Stolz erzählte er, dass sein Lehrling soeben an einen Wettkampf eine Auszeichnung gewonnen hat. Man merkt auch, dass in der Küche ein toller Sprit herrscht. Die ganze Küchenbrigade freut sich jeweils auf das legenäre Wine & Dine im Hotel Birke.

Viele Dienstleistungen im Hotel Birke

Das Hotel Birke ist breit aufgestellt. 82 Zimmer, Suiten und Appartements in einem maritimen und modernen Flair lassen nichts zu wünschen übrig. Besonders toll fand ich die Boxspringbetten. Sie stammen aus Kiel und haben meine Rücken optimal „entlastet“.

Moderne Zimmer. (Foto: Hotel Birke / Ringhotels)

Für die Wellnessfreudigen steht das Birke Spa mit einer breiten Angebotspallette zur Verfügung. Selbstverständlich kannst du hier auch Massagen und Beautybehandlungen buchen. Für Tagungen und Seminare steht ebenfalls ein breites Angebot zur Verfügung. Beides habe ich nicht ausprobiert, da die Erkundung der Gegend viel Zeit in Anspruch genommen hat.

Enstannen im Spa-Bereich. (Foto: Hotel Birke / Ringhotels

Besonders gemütlich ist die Kaminbar. Hier kannst du einen Kaffee oder einen leckeren Drink geniessen. Ich habe mir einen hauseigenen Schnaps genehmigt, damit die Kieler Sprotte etwas Gesellschaft bekommt.

Mein Lieblingsort im Hotel Birke: Die Kaminbar. (Foto: Hotel Birke / Ringhotels)

Beim Hotel stehen genügend Parkplätze und eine Tiefgarage zur Verfügung. Da Kiel ja oft Ausgangspunkt für eine Skandinavienreise ist, hat sich das Hotel Birke ein besonderes Angebot überlegt. Für Gäste, die mit dem Auto unterwegs sind, es aber nicht auf die Fähre mitnehmen wollen, gibt es das Angebot namens „Park & Cruise“.

Hotel Birke
Martenshofweg 2-8 DE-
24109 Kiel

+49 431 53310
www.hotel-birke.de

Am besten mit einer Hafenrundfahrt beginnen

Wie schon erwähnt, habe ich Kiel immer als Ausgangspunkt meiner Skandinavienreisen benutzt. Unterdessen sehe ich den Ort in einem anderen Licht. Warum nicht eine entspannte Nacht im Hotel Birke einplanen? Die Frage ist dann, was tun bis die Fähre ausläuft? Am besten beginnt man die Erkundung von Kiel nicht in der Innenstadt, sondern mit einer Hafenrundfahrt. Die Förde-Fährlinie F1 Kiel – Laboe – Kiel oder ein Fördetörn führt dich an vielen Sehenswürdigkeiten rund um das Hafenbecken.

Auf Entdeckungsreise in der Kieler Fjörde. (Foto: Andrea Ullius)

Du kannst diverse Sehenswürdigkeiten aber auch gezielt ansteuern. Nachfolgend habe ich dir ein paar Ideen zusammengestellt. Selbstverständlich wirst du diese nicht in einem Tag „abarbeiten“ können, aber ich bin sicher du kommst sicher auf den Geschmack nach mehr. Zur besseren Übersicht, kannst du dich an der folgenden Google Karte orientieren.

Bunker D, Kiel-Dietrichsdorf

Der jetzige Kieler Stadtteil Dietrichsdorf war lange nur eine Ansammlung von Häusern. Als Kiel Reichskriegshafen wurde, baute das Militär Werften, Depots, Munitionslager und auch den heute bekannte Bunker D. Der Hochbunker liegt auf dem Campus der Fachhochschule Kiel. Im Jahr 2006 bildete sich ein Projektteam, das ein Nutzkonzept für den Bunker entwickelte. Heute beherbergt der Bunker D das Kultur- und Kommunikationszentrum der FH. Du findest im 3. Obergeschoss ein Café mit einem wunderschönen Blick über die Schwentinemünding. Im 2. Obergeschoss ist eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen beherbergt. Nicht zu vergessen ist die Bühne im 1. Geschoss für Lesungen, Theateraufführungen und Musikveranstaltungen.

Howaldtsche Metallgiesserei, Kiel-Dietrichsdorf

Georg Howaldt erbaute 1884 eine Metallgiesserei an der Schwentinge-Mündung. Sie ist ein Zeugnis für die Entwicklung der Werftindustrie an der Kieler Förde. Diese Giesserei wurde gebaut, da es immer wieder Lieferschwierigkeiten beim Import von Schiffsteilen aus England gab. In der Giesserei wurden nun Teile aus Bronze, Messing und Kupfer, wie Armaturen, Hebel oder Beschläge, hergestellt. Im Jahr 1980 wurde die Giesserei stillgelegt und zu einem Industriemuseum umgebaut, welches 2007 eröffnet wurde. Die Howaldtsche Metallgiesserei ist das älteste Industriegebäude im Kieler Raum. Die aktuellen Öffnungszeiten und Informationen zu Führungen findest du unter www.alte-giesserei-kiel.de.

In Kiel ist man auch gut mit dem Fahrrad unterwegs. (Foto: Kiel-Marketing)

Rotes Sofa, Kiel-Gaarden

Im Stadtteil Gaarden befindet sich das Rote Sofa. Das 1,72 m hohe und 4,30 m breite Möbelstück ist aus Eiche gefertigt und rot lackiert. Der Boden um das Sofa ist mit typischen Klinkern belegt. Neben dem Sofa befindet sich ein „Balkon“, der zum Blick über Kiel einlädt. Ein Tisch mit vier Hockern und drei Drehstühle vervollständigen das Bild eines „Wohnzimmers im Freien“, das zum Verweilen einlädt. Von dem Sofa auf der Ostseite kannst Du auf das gegenüberliegende Ufer, die Förde und auch die Kieler Werften schauen. Ursprünglich wurde das Sofa 2003 als eine Massnahme zum Städteförderprogramm Soziale Stadt gebaut, um das Image des Stadtteiles aufzubessern.

Seehafen in Kiel-Gaarden

Der Seehafen in Kiel ist sehr vielseitig. Er ist für den Güterumschlag und auch für den Passagierverkehr sehr attraktiv. Mit seiner geografischen Lage am Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal und seine perfekte Tiefe für Seeschiffe, aber auch mit seinem Anschluss an das Schienen- und Strassennetz sind die Grundvoraussetzungen für die Attraktivität geschaffen. Von Kiel aus verkehrt die schwedische Reederei Stena Line nach Kopenhagen und zu weiteren Destinationen. Mit der norwegischen Color Line gibt es eine tägliche Verbindung nach Oslo. Kiel kann somit auch das „Tor nach Skandinavien“ genannt werden.

Auf in den Norden mit einer der Fähren. (Foto: Andrea Ullius)

Stadtbilderei, Kiel-Vorstadt

Die Stadtbilderei ist eine Bibliothek für Bilder. Hier kannst Du gegen eine geringe Gebühr gerahmte Bilder von hauptsächlich Kieler und schleswig-holsteinischen Künstlerinnen und Künstlern ausleihen. Zur Auswahl stehen dabei zum Beispiel Aquarelle, Radierungen, Collagen, Zeichnungen und andere Originalkunstwerke. Bei viele Firmen und Hotels ist die Stadtbilderei ein städtischer Anziehungspunkt. Mit diesem Bildertausch können sie Kunstwerke präsentieren, ohne diese zu kaufen. Die Stadtbilderei ist im Eingangsbereich der Stadtgalerie zu finden.

Sparkassen Arena, Kiel-Vorstadt

Die ehemalige Ostseehalle gehört zu den grössten Veranstaltungshallen Deutschlands. Der Bau der Halle begann 1950, sie wurde ein Jahr später zur Kieler Woche eingeweiht und 1952 fertiggestellt. Der Bau der Mehrzweckhalle entstand aus einer ursprünglichen Flugzeughalle und konnte so innerhalb kurzer Zeit vollendet werden. In der Arena finden Musikveranstaltungen, Messen, Ausstellungen und Musikevents statt. Der Hauptnutzer der Halle ist der THW Kiel. Die Handballmannschaft trägt ihre Heimspiele in der Sparkassen Arena aus.

In der Sparkassen Arena wird unter anderem Spitzenhandball gespielt. (Foto: Oliver Reck)

Kieler Schloss, Kiel-Altstadt

Das Kieler Schloss war eine Nebenresidenz der Gottendorfer Herzöge. Das Schloss wurde ständig neu- und umgebaut und war von einigen Katastrophen und vom Verfall bedroht. Im Jahr 1502 erliess Herzog Friedrich den Befehl, ein Schloss zu bauen. Sein Sohn Adolf errichtet 50 Jahre später einen neuen Bau neben dem alten Gebäude. Das neue Schloss wurde mit einem reichen Giebelschmuck verziert. Nachdem das Schloss von Herzog Friedrich 1685 eingestürzt war, wurde wiederrum ein Neubau durchgeführt. Die Gebäude wurden später von Katharina der Grossen instandgesetzt. Nach dem Niedergang der Gottendorfer und einer kurzen Zeit um die Jahrhundertwende, als der Prinz Heinrich von Preussen das Schloss bewohnte, wurde es 1944 nach einem Bombenangriff fast vollständig zerstört. Auf den Grundmauern des alten Süd- und Ostflügels baute die Stadt neue Gebäude. Der nicht so stark in Mitleidenschaft gezogenen Westflügel (Rantzaubau) wurde renoviert. Heute befinden sich Konzertsäle und ein Restaurant im Kieler Schloss. Auf der Internetseite www.kielerschloss.de kannst du den Veranstaltungskalender einsehen.

Das Stadtmuseum. (Foto: Kiel Marketing)

Die Plastik Wik, Kiel Altstadt

Das Denkmal Wik findest Du im Ratsdienergarten am Kleinen Kiel. Es erinnert an den Kieler Matrosenaufstand von 1918. Die Plastik von Breuste besteht aus Granitsäulen. Diese werden von einem Stahlkörper aus Cor-Ten-Stahl getragen. Die Säulen symbolisieren dabei die Macht und der Stahlkörper, der im Boden versinkt, ist ein Symbol für die Auflösung des Staatsgefüges. Der Künstler möchte verdeutlichen, dass die alte Macht aus ihren Ankern gerissen wird und dass das Untere noch oben kehrt. Auf der Inschrift ist ein Spruch aus dem Schauspiel „Feuer aus den Kesseln“ von Ernst Toller zu finden. Dieses Stück handelt von zwei Matrosen eines früheren Aufstandes, den Vorgängern des Aufstandes von 1918. Mit den Zeilen werden die beiden Matrosen für ihren Einsatz für eine gerechte Behandlung geehrt.

Kiellinie, Kiel-Düsternbrook

Die Kiellinie ist die Hafenpromenade der Stadt. Sie beginnt an der Blücherbrücke und endet am Ostseekai. Auf der Landseite der Kiellinie finden sich Bootshäuser von Seglern, Ruder-Vereinen und anderen Wassersportlern. Auch das Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften befindet sich an der Promenade. Von der Kiellinie hast Du einen freien Blick auf das Ostufer und weiter entfernt auf die Kräne der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH (HDW). Besonders zur Zeit der Kieler Woche wird auf der Kiellinie viel geboten. Stände, Buden und Musik laden zu einem Volksfest ein.

Morgenstimmung an der Kiellinie. (Foto: Christoph Adloff)

Meteor, Kiel-Düsternbrook

Meteor (geb. 1943, gest. 1966) war eines der erfolgreichsten Springpferde seiner Zeit. Der Reiter Fritz Thiedemann war mit dem Pferd bei drei Olympischen Spielen und der Weltmeisterschaft erfolgreich. Meteor gehörte zur Rasse der Holsteiner. Holsteiner sind grosslinige Pferde mit kräftigem Kopf, Schultern und Brust. Der Rücken der Pferde ist mittellang und die Beine sind schlank und hart und besitzen kurze Röhren. Das Reitpferd besitzt die idealen Voraussetzungen für den Springsport, die Dressur und die Vielseitigkeit. Holsteiner besitzen ein ausgeglichenes Temperament, Nervenstärke und Zuverlässigkeit. Die Züchtung dieser Rasse begann im Kloster von Uetersen im 14. Jahrhundert. Durch die ständige Veredelung mit englischen Vollblütern entwickelten sich die Eigenschaften für den Springsport. Eine der grossen Zuchtställe besitzt die Familie Diederich. Von hier kamen und kommen preisgekrönte Zuchtstuten und erfolgreiche Turnierpferde. Den Onlineauftritt der Familie findest Du unter www.holsteiner-zucht.com. Auf der Seite www.holsteiner-verband.de findest du alle weiteren Informationen zur Holsteiner-Zucht.

Forstbaumschule, Kiel-Düsternbrook

Die Forstbaumschule ist keine Bezeichnung für eine einzige Institution, sondern für Drei. So ist die Forstbaumschule eine Lehranstalt und ehemalige forstwirtschaftliche Baumschule. Eine Gaststätte hat ebenso diesen Namen. Sie liegt im Wohnhaus des Baumschul-Leiters. Die dritte Institution ist ein Park, der sich auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule und auf den umliegenden Flächen befindet. Die Forstlehranstalt wurde 1785 gegründet. Der Grund für die Gründung war der sich immer weiter dezimierende dänische Baumbestand. Hier wurden Setzlinge für die Aufforstung herangezogen und in der Lehranstalt zukünftige Forstmeister ausgebildet. Die Ausbildungsräume für den Unterricht befanden sich dabei im Kieler Schlöss.

Die Baumschule bestand aus einer Samenschule, einer Pflanzschule und Versetzungsquartieren. Zu Beginn wurden die Gehölze der Baumschule nur für die königlichen Gehege herangezogen. Ab 1805 konnten auch Privatleute die Hölzer erwerben. Im Jahr 1833 wurde der Schulbetrieb geschlossen und die Lehranstalt nach Kopenhagen verlegt. Die Baumschule blieb aber erhalten und verkaufte ihre Gehölze weiterhin bis zu ihrer Schliessung 1898. Die Stadt Kiel gestaltet das Gelände nach der Schliessung zu einem Landschaftspark um. Durch die vorhergehende Nutzung standen viele dekorative und alte Bäume auf dem Gelände, die auch erhalten bleiben. Die Pfade im Park wurden von geradlinigen zu geschwungenen Wegen umgestaltet. In dem heute 12,5 Hektar grossen Park kannst Du im Landschaftsschutzgebiet spazieren und im dich im Restaurant Forstbaumschule kulinarisch verwöhnen lassen.

Leuchtturm Holtenau, Kiel-Holtenau

An der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal steht der Leuchtturm Holtenau. Er diente als Leuchtfeuer für ankommende Schiffe und zeigte ihnen die Einfahrt in den Kanal. Heute ist der Turm eine Gedenkstätte und ist einer der schönsten Leuchttürme an der deutschen Küste. Der Backsteinturm ist auf einen achteckigen Unterbau gebaut, welcher heute als Trauzimmer dient. Auf dem Turm befindet sich eine Gedenktafel mit der Innenschrift: „Kaiser Wilhelm II. vollzog die Weihe des Nord-Ostsee-Kanals und übergab ihn dem Weltverkehr am 21. Juni 1895“. Zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 1995 wurde der Turm vollständig renoviert.

Der Leuchtturm Holtenau. (Foto: Andrea Ullius)

Schleuseninsel, Kiel-Holtenau

Die Schleuseninsel liegt im Stadtteil Holtenau am Ende des Nord-Ostsee-Kanals. Auf ihr befindet sich das Wasserstrassen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. An der südlichen Seite der Insel befindet sich die grosse Schleuse mit einer Länge von 310 m und auf der nördlichen Seite ist eine kleine Schleuse mit 125 m zu finden. An den Schleusen herrscht reger Verkehr, da der Nord-Ostsee-Kanal der meistbefahrenste Seekanal der Welt ist. Auf der Internetseite findest du weiter Daten der Schleusenanlagen in Kiel-Holtenau.

Rosensee mit Wendeltreppe für Fische, Schwentinental-Raisdorf

Im Rosensee wird der Fluss Schwentine aufgestaut. Das Wasserkraftwerk hier wurde 1908/1909 von Bernhard Howaldt erbaut. In dem Gewässer sind 8 Fischarten gemeldet. Zum Schutz dieser Fischarten musste am Wasserkraftwerk eine Fischtreppe entstehen. Mittels dieser Fischtreppe sollen die Fische einen Höhenunterschied von 6,5 m überwinden. Die Fachhochschule Bochum wurde mit dem Bau dieser Fischtreppe betraut. Für dieses Wasserkraftwerk wurde ein Helix-Turmfischpass entworfen. Dieser hat die Form einer Wendeltreppe. Das weltweit einmalige Bauwerk überwindet auf einer Länge von 200 m eine Steigung von drei Prozent. Die Fische überwinden diesen Höhenunterschied mittels 36 runden Becken. Die Rundung der Becken verhindert eine Verletzung der Fische bei ihrem Aufstieg.
Mehr Infos

Auch toll das Schifffahrtsmuseum. (Foto: Kiel Marketing)

Levensauer Hochbrücke, Kiel-Suchsdorf

Die Levensauer Hochbrücke führt über den Nord-Ostsee-Kanal. Vor dem Bau des Kanals floss hier die Levensau entlang, die später zum Eider-Kanal ausgebaut wurde. Dieser Kanal wurde von einer Holländerklappbrücke überspannt, auf die die Strassenverbindung führte. Für die vorhandene Eisenbahnstrecke war von 1881 bis 1894 eine Drehbrücke zuständig, die westlicher lag. Bei dem Ausbau des Eiderkanals zum Kaiser-Wilhelm-Kanal sollte die alte Drehbrücke durch eine neue Drehbrücke für den Eisenbahnverkehr ersetzt werden. Im Jahr 1891 bestimmte der Bauherr Kaiser Wilhelm I. allerdings, dass eine neue Hochbrücke über den Kanal entstehen sollte.

Die neue Strassen- und Eisenbahnbrücke mit einem schmiedeeisernen Überbau wurde von 1893 bis 1894 errichtet. Die so entstandene Hochbrücke Levensau hat eine Spannweite von ca. 163 Metern, eine lichte Höhe in der Mitte der Brücke von 42 Metern und ist somit die längste Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal. In den 1950er Jahren wurde die Brücke modernisiert. Bei dieser Modernisierung wurden der Rad- und Gehweg vor einen der Bögen verlegt, so dass auf der Brücke genügend Platz für zwei Fahrspuren und ein Eisenbahngleis war. Da der Kraftverkehr immer weiter zunimmt, wurde 1984 eine zweite Brücke mit vier Fahrspuren eröffnet. Diese Brücke befindet sich östlich der ersten Hochbrücke.

Olympiazentrum (Segeln), Kiel-Schilksee

Im Jahr 1972 fanden in München die Olympischen Spiele statt. Die Segelwettbewerbe wurden in Kiel-Schilksee durchgeführt. Noch immer werden hier Segel-Wettkämpfe veranstaltet, wie zum Beispiel bei der Kieler Woche. Im Olympiazentrum befinden sich das Wohngebäude und Geschäfte, das Sportinternat für Athleten, einem Regattahaus, die Vaasahalle und der grösste Jachthafen an der deutschen Ostsee-Küste. Der Strand an diesem Sporthistorischen Ort lädt jeden Urlauber zu Beachvolleyball-Spielen ein.

Nebst reiten ist segeln in Kiel sehr beliebt. (Foto: K. Steigueber)

Marine-Ehrenmal, Laboe

Dieses Denkmal wurde für die gefallenen deutschen Marinesoldaten des Ersten Weltkrieges errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch die die Daten der nun gefallenen Soldaten hinzu. Es werden aber nicht nur der gefallenen deutschen Soldaten gedacht, sondern auch Seeleuten aller Nationen, die nicht mehr vom Meer zurückgekehrt sind. Das Denkmal ist ein sich nach oben verjüngender Turm mit einer Höhe von 72 Metern. Auf den Turm führt ein Aufzug oder Du erklimmst ihn über 340 Treppenstufen. Die sich oben befindliche Aussichtsplattform bietet Dir einen wunderschönen Ausblick. Unterhalb des Turmes steht ein Museumsschiff. Das U-Boot ist aus dem Zweiten Weltkrieg.

Das alte U-Boot. (Foto: Kiel Marketing)

Und in der Stadt selber?

Nach so viel Attraktionen rund um Kiel fragst du dich sicher, ob es sich dann auch lohnt der Innenstadt einen Besuch abzustatten. Ich kann diese Frage klar mit ja beantworten. Zwar hatte ich nicht ausgiebig Zeit um jede Strasse zu erkunden, aber einige „Fixpunkte“ habe ich gesehen. Shoppen kann man an der Holtenauer Strasse. Für die Kaffeepause empfehle ich die Konditorei Café Schokodeern. Da gibt es lecker Kuchen und Kaffee.

Lecker Kaffee und Kuchen. (Foto: Andrea Ullius)

Wer speziell coole Fachgeschäfte sucht, wird in der Altstadt fündig. Diese ist mehr oder weniger direkt vom Fähranleger der Stena Line erreichbar. Egal ob Brille, lecker Eis, Kunsthandwerk, Mode oder Delikatessen, es gibt hier viel zu entdecken. Auf der Webseite www.kiels-gute-adressen.de findest du genügend Inspiration für deinen Kiel-Aufenthalt.

Wie wär es mit einem Besuch in der Oper? (Foto: Kiel Marketing)

Wenn du deine Tour nach Schleswig-Holstein buchen möchtest, dann findest du auf der Website von Railtour www.railtour.ch einige Inspirationen oder lade dir direkt den Deutschland-Katalog runter. Auf der Webseite der Ringhotels kannst du dir weitere tolle Hotels dieser Gruppe anschauen.

Schau dir doch auch die ersten beiden Teile meiner Serie über das Bundesland Schleswig-Holstein an. Die nächste Etappe führt dich nach Schleswig.

Transparenzhinweis: Die Reise nach Schleswig-Holstein wurde durch Ringhotels und Tourmark ermöglicht und finanziert.

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Andrea Ullius
Drogist HF, Autor und Blogger. Vom Norden begeistern, am Rest der Welt interessiert. Schreibt vorwiegend in und über Schweden, Skandinavien und die Schweiz. Nach 10 Jahren, Radio-, Fernseh- und Agenturerfahrung habe ich mich aufgemacht, alle Facetten des Reisebloggens und der Content-Produktion kennen zu lernen. Ich schreibe auf www.schwedenhapen.ch und www.ullala.ch.

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