Wer denkt bei Senf und rotem Safran an Thüringen? Keiner! Sollte man aber. Denn nebst der Thüringer Rostbratwurst und leckeren Klössen hat die kulinarische Vielfalt des deutschen Freistaates Überraschendes zu bieten. Besonders spannend ist, dass hinter jeder der unerwarteten lokalen Köstlichkeiten eine erstaunliche Geschichte steckt. 

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Feiner geht nicht: Safranfäden. (Foto: Andrea Wagner und Dr. Frank Spieth, W³ – Wandel-Werte-Wege gemeinnützige UG)

Seit der Antike wird Safran als Heil- und Gewürzmittel verwendet, und bis heute ist es eines der teuersten Gewürze der Welt. Dass dieser Luxusartikel auch im Osten Thüringens gedeiht, dafür sorgen Frank Spieth und Andrea Wagner. Seit mehreren Jahren pflanzen sie Safran in Altenburg an und sind damit sehr erfolgreich.

Viele Altenburger Kleingärtner haben sich inzwischen vom Safran-Fieber anstecken lassen. Safran wird aus der Blüte einer bestimmten Krokus-Art gewonnen, und das auf ziemlich aufwendige Art und Weise. Für ein Kilogramm getrockneten Safran werden bis zu 200‘000 Blüten benötigt – die Ernte ist reine Handarbeit. Ausserdem blühen die Pflanzen nur einmal pro Jahr: Immer im September ist Erntezeit in Altenburg, dann werden die Blüten gesammelt und die süss aromatisch duftenden Griffel getrocknet.

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Safran, teuerer als Gold! (Foto: Andrea Wagner und Dr. Frank Spieth, W³ – Wandel-Werte-Wege gemeinnützige UG)

Wer glaubt, dass der Safrananbau in Thüringen eine Neuheit wäre, der irrt: Tatsächlich bestand bereits zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert eine Safranproduktion rund um Altenburg. Es handelt sich sozusagen um die Wiederbelebung eines längst vergessenen kulinarischen Schatzes.

Mit dem Velo den kulinarischen Schätzen Thüringens auf der Spur

Auf einer Velotour auf dem „Ilmtal-Radweg“ kommst du einem ebenso überraschenden historischen Kulinarik-Schatz auf die Spur. Direkt am Fluss gelegen steht die Senfmühle Kleinhettstedt aus dem 16. Jahrhundert. Sie ist eine der letzten noch produzierenden Senfmanufakturen Deutschlands. In bereits neunter Generation befindet sich die Mühle im Besitz der Familie Morgenroth. Damals wurde die Wasserkraft der Ilm genutzt, um die Mühle als Gips-, Senf-, Säge- und Getreidemühle sowie als Spinnerei zu betreiben. Hier setzt man bewusst auf die alten Mahlwerke zur Senfherstellung. Der Vorteil dabei: Das wertvolle und gesunde Senföl bleibt erhalten.

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Blick in die Senfmühle. (Foto: Joachim Negwer, www.cm-redaktion.de)

Rund 20 geschmackvolle Senfsorten werden produziert und in aromadichten Steinguttöpfen abgefüllt, darunter Bärlauchsenf, Orangensenf, Thüringer Küchensenf und Schabziger-Klee-Senf. Wenn dich ein geführter Rundgang durch die Manufaktur hungrig gemacht hat, kannst du dich gleich vor Ort von den Geschmacksnuancen überzeugen. Neben einer Degustation gibt es direkt nebenan im Gasthof „Zum Mühlenwirt“ traditionelle Gerichte wie Hettschter Steak mit einer hausgemachten Kräutersenfkruste oder Welsfilet mit Orangensenfsauce.

Kleiner Rostbratwurst-Knigge

Senf, die unerwartete lokale Spezialität, ist die perfekte Ergänzung zum Klassiker – der Thüringer Rostbratwurst. Denn ein unausgesprochenes Gesetz Thüringens lautet: „Don ́t ketchup a Bratwurst“, die echten Thüringer essen sie mit Senf. Zwar findest du an jedem Bratwurststand auch Ketchup-Flaschen, doch nur selten greifen Thüringer auf die rote Würzsosse zurück. Dass den Einheimischen viel an der originalen Bratwurst liegt, zeigt sich auch am Bratwurstäquator. Der Rennsteig, der legendäre Kammweg durch den Thüringer Wald, markiert dessen Verlauf. Südlich davon wird der Kümmel im Rezept der Wurst anders verwendet als nördlich davon. Hüte dich sich also davor, im Süden eine Bratwurst mit ganzem Kümmel zu bestellen.

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So muss eine Bratwurst gegrillt werden. (Foto: Guido Werner, Thüringer Tourismus GmbH)

Restaurants wie aus dem Bilderbuch

Thüringen ist nicht nur für seine lokalen Spezialitäten bekannt, sondern auch für seine Restaurants und die Gastfreundschaft. Viele Restaurants fallen durch ihr einmaliges Ambiente auf, andere haben mit ihren Köstlichkeiten längst die begehrten Sterne, Kochmützen und Kochlöffel errungen.

Lecker essen geht super in Thüringen. (Foto: Carlo Bansini, Thüringer Tourismus GmbH)

Im „Klausenhof„, zu Füssen der Burg Hanstein in Bornhagen, geniesst du Gaumenfreuden in einem ganz besonderen Ambiente. Das historische Fachwerkensemble atmet nicht nur Geschichte, sie wird hier lebendig. Ob Rittersaal, Jägerzimmer, Brunnenstube – das mittelalterliche Flair und die hausgemachte Kräuterküche sind legendär. Die „Eichsfelder Wurst“, die Spezialität der Region, darf auf der Karte natürlich nicht fehlen. Sogar ein Museum wurde im Restaurant integriert. Es veranschaulicht auf beeindruckende Weise das Brauchtum der Eichsfelder Wurstspezialitäten. www.klausenhof.de

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Ein wunderbarer Gasthof der Klausenhof (Foto: Carlo Bansini, Thüringer Tourismus GmbH)

Ebenfalls im Eichsfeld liegt der Hof Sickenberg, ein denkmalgeschütztes Fachwerkensemble mit alten Walnussbäumen, Beerenplantage, Schafweide und einem Bauerngarten. Die angebotenen Speisen und Getränke sind zu stolzen 100 Prozent aus regionaler Herkunft. Das Brot wird selbst gebacken und auf der handgeschriebenen Karte liest man von leckeren Suppen mit Gemüse aus eigener Ernte und herzhaftem Eichsfelder Käse- oder Mettwurstbrot. Am 23. September 2018 lädt der Hof Sickenberg zudem zur „Langen Tafel der Natur“ ein. www.hof-sickenberg.de

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Im Hof Sickenberg mach Einkehren spass. (Foto: Carlo Bansini, Thüringer Tourismus GmbH)

In Schmiedefeld, mitten im Biosphärenreservat Thüringer Wald und nur einen Kilometer vom Rennsteig entfernt, triffst du auf das familiengeführte Hotel-Restaurant Gastinger. Zu den Spezialitäten à la Gastinger gehören der beliebte hausgebeizte Schinken und der legendäre Wochenendbraten, der nach geheimer Familienrezeptur mit frisch gesammelten Wildkräutern im steinernen Garofen zubereitet wird. www.hotel-gastinger.de

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Im Hotel Gastinger wird Gastfreundschaft gross geschrieben. (Foto: Carlo Bansini, Thüringer Tourismus GmbH)

Und noch ein paar Thüringer-Tipps

Folge der Gastro- und Weinexpertin Ursula Heinzelmann auf ihrer kulinarischen Reise nach Erfurt. Hier trifft sie auf die Thüringer Sterneköchin Maria Gross und erfährt, was die Original Thüringer so einzigartig macht.

Und hier noch ein Link mit vielen weitern kulinarischen Ideen in Thüringen. Ich muss mich da bei Gelegenheit mal „durchessen“ 😉
Hier geht es zu den Ideen

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Auch Kinder sind in Thüringen herzlich willkommen. (Foto: Carlo Bansini, Thüringer Tourismus GmbH)

Mehr Informationen zum Reiseland Thüringen gibt’s in der Erlebniswelt 360 Grad – Thüringen Digital Entdecken. Zum Service der Erlebniswelt gehören die persönliche Beratung rund um die Reiseplanung, kostenfreie Broschüren, die Buchung von Unterkünften sowie der Verkauf von Veranstaltungs-Tickets, Souvenirs und der ThüringenCard.

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