Camping? Ich bin ehrlich. Bis vor zwei, drei Jahren habe ich mich für das Thema Camping weder interessiert, noch hegte ich Pläne, dies zu ändern. Ich bevorzugte im Urlaub ein gutes Bett und das Bad im eigenen Zimmer. Unterdessen habe ich meine Meinung komplett geändert. Das liegt an Schweden und an meinen neuen persönlichen Bedürfnissen. Nun habe ich mich auf den Weg gemacht, um Camper zu werden.

Am Abend draussen die tolle Stimmung geniessen. Das möchte ich. (Foto: Pixabay)

Natürlich habe ich auch schon gezeltet. Wenn das Zelt mal steht ist das ja ganz nett, ich habe aber immer schlecht in so einer Behausung geschlafen. Entweder war es zu warm, oder die Schlafunterlage zu hart. Schlechtes Wetter und Zelt ist auch nicht etwas, was mich dazu veranlasst hat, dies öfters zu tun. Trotzdem, das Leben draussen in der Natur, das Rauschen des Windes und eine gewisse Abenteuerlust haben mich immer fasziniert.

Nun bereise ich seit bald 4 Jahren beruflich mehrmals pro Jahr Schweden und hin und wieder auch andere Staaten in Skandinavien. Mein Projekt schwedenhappen.ch bedeutet mir sehr viel und hat sich auch recht gut im „Markt“ entwickelt. Unterdessen darf ich sogar für das Reisemagazin „Nordis“ schreiben. Auch eine intensive Zusammenarbeit mit meinen Sponsoren und den diversen Tourismusorganisationen beflügelt mich, noch mehr in die Tätigkeit als Reisejournalist und Reiseblogger zu investieren. Zu Skandinavien sollen auch weitere Destinationen hinzukommen.

Die Arbeit als Autor und Blogger erfordert viel Flexibilität. (Foto: Markus Ullius)

Bis jetzt bin ich (mit einer Ausnahme) immer mit einem PKW auf Reisen gegangen. Meist durfte ich in Schweden auf ein Mietfahrzeug zählen. Das war natürlich eine tolle Sache, hat mich aber nie ganz befriedigt.

Ich bin nun zur Erkenntnis gekommen, dass ich in Zukunft mit einem Wohnmobil reisen möchte. Hierfür sind ein paar klare Gründe verantwortlich.

Grund 1: Die Natur

Schweden ist ein Land, das eine einzigartige und vielfältige landschaftliche Schönheit zu bieten hat. Angefangen bei den sanft rollenden Hügeln und weiten Sandstränden über tiefe Wälder und unzählige Seen, faszinierende Schärengärten und Inseln bis hin zu den einsamen Weiten der Fjäll-Landschaft im Norden. Ich liebe das. Punkt. Es ist einfach unbeschreiblich, wenn du in dieser fantastischen Umgebung schlafen, essen, arbeiten und dich erholen kannst.

Die schönsten Plätze findet man abseits der grossen Hauptstrassen. (Foto: Andrea Ullius)

Dank Jedermannsrecht kannst du dich in der schwedischen Natur praktisch frei bewegen, von den Schätzen der Natur naschen und es dir mit dem Zelt oder Wohnmobil auch abseits von Campingplätzen gemütlich machen. Beachte dazu aber immer die geltenden ungeschriebenen Gesetze dieses Jedermannsrechts. www.hsr.se/jedermannsrecht

Grund 2: Der mobile Arbeitsplatz

Wenn ich als Autor oder Blogger unterwegs bin, dann heisst das, dass ich viel zu arbeiten habe. Meist ist das Programm von morgens bis abends dicht gedrängt und ich bin erst am Abend im Hotel. Dadurch sammeln sich über den Tag viele Informationen und Fotos an, die be- und verarbeitet werden müssen. Die Erfahrung hat nun gezeigt, dass ich diese Informationen umgehend bearbeiten muss und nicht bis am Abend warten kann. Die ganzen Infos bleiben sonst einfach liegen. Nicht befriedigend!

Hotel, Kaffee oder im Wohmobil. Ich muss arbeiten können. (Foto: Andrew Clelland)

Ein Wohnmobil soll mir nun dabei helfen, orts- und wetterunabhängig, ein mobiles Büro nutzen zu können. Ein fixer Arbeitsplatz im Reisemobil wird mir hier perfekte Dienste erweisen. Eine zeitnahe Berichterstattung ist für meine Leser und Partner ganz wichtig. Ich habe deshalb auch begonnen konsequent auf ein papierloses Büro umzustellen. Das erlaubt mir unabhängig von Ort und Zeit zu arbeiten.

Grund 3: Die Campingplätze in Schweden

Auf meinen Reisen in Skandinavien haben ich festgestellt, dass überall eine flächendeckende Campinginfrastruktur zur Verfügung steht. In Schweden sind zum Beispiel 500 Campinganlagen über das ganze Land verteilt. Die Campingplätze sind, ähnlich wie Hotels, mit Sternen bewertet. Die Einteilung reicht von *Stern bis *****Sterne. Die Sterne werden nach dem SCR-Klassifizierungssystem vorgenommen. Kriterien sind Hygiene, Umwelt, Service, Erholung und Aktivitäten. Bevor ein Campingplatz überhaupt bewertet wird, müssen Grundvoraussetzungen, wie Grösse der sanitären Anlagen und auch die Vorschriften im Bereich der Sicherheit für Elektrizität und Brandschutz erfüllt und dokumentiert werden.

Ob auf dem Campingplatz, oder auf einem abgelegenen Stelleplatz, so macht das Spass (Foto: Pixabay)

Wenn du nur für eine Nacht an einem Ort bleiben willst, dann eigenen sich auch die vielen günstig gelegenen Stellplätze für einen Halt.

Grund 4: Flexibles Schlafen, flexibles Reisen

Wie erwähnt bin ich in den letzten Jahren mit einer Ausnahme jeweils mit einem Personenwagen in Schweden unterwegs gewesen. Für die Übernachtungen haben mir mein Partner Kontiki Reisen oder die Tourismusorganisationen meistens ein Hotelzimmer gebucht. Dadurch konnte ich viele tolle Hotels und zum Teil auch Herrenhäuser kennenlernen. Das Problem: eine Route musste fix geplant werden. Da ich auf meinen Reisen aber auch Neues und Unbekanntes entdecken will, bin ich mit fixen Hotelbuchungen immer etwas eingeschränkt. Spontane Abstecher sind eher schwierig zu bewerkstelligen.

Mit einem Wohnmobil bin ich da flexibler. Finde ich einen schönen Ort, kann ich locker über Nacht bleiben. Wenn ich Lust habe, etwas neben der Route zu entdecken, hält mich nichts davon ab. Ist das Wetter super, kann ich an einen See fahren und baden. Regnet es in Strömen, bleibe ich im Reisemobil und arbeite. Ich habe so keinen Druck am Abend in einem Hotel einzuchecken. Da mein „zukünftiges Wohnmobil“ ein richtig bequemes Bett haben wird, schlafe ich dort, wo es mir Spass macht.

Im Zelt schlafe ich nicht gut, aber die Stimmung ist aussergewöhnlich. (Foto: Pixabay)

Natürlich werde ich auch weiterhin in Hotels übernachten. Das gehört ja auch zu meiner Arbeit. Aber ich werde die Frequenzen massiv reduzieren. Ich buche nur noch jeden dritten oder vierten Tag eine Unterkunft oder dann, wenn es sich um ein wirklich lohnendes Objekt handelt.

Grund 5: Platz, Platz, Platz

In meinem Artikel über Camping in Schweden auf www.schwedenhappen.ch habe ich zur Frage „Was nehme ich mit in den Campingurlaub?“ geschrieben: „Möglichst wenig“. Ich muss das etwas relativieren, auch wenn das Motto „weniger ist mehr“ sicher nicht falsch ist.

Es macht natürlich einen Unterschied, ob du mit einem Camper oder nur einem Zelt unterwegs bist. Für mich ist aber gerade das grosse Platzangebot in einem Wohnmobil unterdessen ein Killerargument für Camping auf meinen Reisen. Im letzten Sommer flog ich mit zwei prall gefüllten Koffern und einem randvollen Rucksack nach Schweden und verstaute dann alles im Mietwagen. Jeden Abend musste ich entscheiden, was nehme ich mit ins Hotel, was lasse ich im Auto. Ok, das sind Luxusprobleme, aber es ist trotzdem mühsam.

Camping ahoi!

Mit einem Wohnmobil ist das natürlich sehr komfortabel. Ich richte mich einmal ein, entscheide, was ich wo verstaue und habe anschliessend alles griffbereit. Die Ladekabel für Laptop, Kameras usw. sind in einer Box verstaut und müssen nicht immer im Koffer zuunterst hervorgekramt werden.

Ich muss auch nicht überlegen, ob ich nur das Reisestativ oder auch das Stabile mitnehmen kann. Auch bei den Objektiven muss ich mich nicht einschränken. Ich habe Platz, also nehme ich auch eine Hängematte mit. Und ich muss auch den kleinen Tagesrucksack nicht zu hause lassen. Natürlich ist auch im Wohnmobil der Platz einmal aufgebraucht, aber das dauert. Was ich grossartig finde: Ich kann meine Kleider in die diversen Schubladen oder Schränke einsortieren und muss nicht immer im Koffer oder der Reisetasche wühlen. Es ist etwa, wie zuhause.

Fazit

Fassen wir das zusammen. Auf meinen Reisen als Autor und Blogger habe ich folgende Bedürfnisse:

  1. Ich brauche Platz für mein Equipment für die Aktivitäten und zum Arbeiten.
  2. Ich muss frei und unkompliziert arbeiten können, um meine Artikel zeitnah zu veröffentlichen.
  3. Ich möchte meine Routen flexibel gestalten können und nicht immer auf Hotelübernachtungen angewiesen sein.

Was brauche ich für ein Fahrzeug

Ich habe mich also entschieden, in Zukunft mit einem Wohnmobil zu verreisen. Nun stellt wich die Frage, was für ein Fahrzeug es sein soll.

Mein erstes Abenteuer mit einem Camper. Ganz passabel. (Foto: Andrea Ullius)

Ich war im Jahr 2016 mit einem Camper von VW (T5) unterwegs. Mein Partner Camper-Huus hat mir da ein tolles Fahrzeug für vier Wochen zur Verfügung gestellt. Dieses Ding hatte einfach den Nachteil, dass man zum Arbeiten oder zum Schlafen immer zuerst Umbauten vornehmen musste. Wenn man das mehrmals am Tag machen muss, dann ist das nicht so elegant. Zudem ist der Schlafkomfort doch etwas eingeschränkt. Immerhin, ich habe erste Erfahrungen mit Camping machen können, da ich fünf Nächte im Auto geschlafen habe.

Ich bin mit einem zukünftigen Wohnmobil auf Autobahnen, aber auch auf Feldwegen unterwegs. Das Erkunden der Landschaft ist genauso wichtig, wie das Kennenlernen von Städten. Das Fahrzeug, darf also nicht zu gross sein. Da ich privat über kein Auto verfüge, wird das Wohnmobil auch mein Fahrzeug für den Alltag, wobei ich relative wenig mit dem Auto unterwegs bin.

Ich habe nun meine Bedürfnisse mit Roland Meier, dem Inhaber von Camper-Huus in Chur besprochen. Er ist der absolute Spezialist, wenn es um Camping geht. Camper-Huus vertritt die Marken KABE und KNAUS.

Wir sind uns relativ schnell einig geworden. Es muss ein Kastenwagen sein. Da KABE das nicht im Sortiment hat, lag der Fokus auf der Boxstar Linie von KNAUS. Wir mussten uns nun nur noch für die Länge entscheiden. Zur Auswahl standen 6,0 Meter oder 5,4 Meter. Ich habe mich klar für den Kürzeren entschieden. Bei der 5,4m Varianten ist das Bett hinten quer verbaut. Das Mass beträgt 194 X 140 cm. Das reicht sogar, wenn ich mal mit Begleitung unterwegs bin. Beim 6 Meter Mobil wäre die Betten längs verlegt. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Modelle nicht.

Camper
Für mich der ideale Grundriss. (Foto: knaus.com)

Und das ist meine Wahl

Zusammen mit Camper-Huus haben habe ich mich nun für folgendes Wohnmobil entschieden:

KNAUS Boxstar 540 Road Platinum Selection

Bei der Platinum Selection sind diverse Extras schon mit dabei, ohne dass der Aufpreis übertrieben hoch ist. Tempomat, Rückfahrkamera und eine gute Motorisierung war mir wichtig. Die genauen Details des Fahrzeugs beschreibe ich euch dann, wenn die Kiste da ist.

Camper
So sieht er aus. Mein Zukünftiger (Foto: knaus.com)

Wie geht es nun weiter?

Nun heisst es warten. Diese Reisemobile haben zum Teil eine unglaublich lange Lieferzeit. Da kannst du nicht einfach mal schnell eins „kaufen“. Ich habe ja noch Glück. Meins sollte so zwischen Mitte Juni und Anfangs Juli geliefert werden. Es kann durchaus sein, dass man sich ein ganzes Jahr auf die Auslieferung gedulden muss.

Ich habe nun meine Reisepläne auf standby gesetzt und warte mal auf den definitiven Liefertermin. Ich nutze die Zeit um ich intensiv auf das erste Abenteuer mit meinem neuen Gefährt vorzubereiten. Als nächstes kümmere ich mich doch einfach mal ums Geschirr.

Und dann muss ich mich auch noch um die Finanzierung des Boxstar kümmern. Ich werde zum einen sehr grosszügig von Camper-Huus unterstützt, zum andern konnte ich mit Luzi Gerüste bereits einen ersten Sponsoren gewinnen. Ich brauche aber noch mehr.

Bist du auch mit einem Wohnmobil unterwegs? Was hast du für ein Fahrzeug? Wie hast du dich organisiert? Ich freue mich über viele Inputs und Kommentare.

Mein Partner für’s Wohnmobil:

Camper-Huus
Felsenaustrasse 41
CH-7000 Chur

+41 81 284 64 79
info@camper-huus.ch
www.camper-huus.ch

46.859487, 9.510412
https://goo.gl/maps/mgtXMcbXJLQ2

2 Kommentare

  1. Grund 6: du kannst deine Kaffeemaschine mit nehmen…falls du noch Tips brauchst wie du effizient zu Übergewicht kommst, frag mich. Super deine Seite!

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